away we go

 

es beginnt zu regnen. Deutschland wird grau. es wird kälter um uns herum. was gibt es besseres als kino, um vor der deutschenzwischenmenschlichkeitskälte zu fliehen. ich und die leinwand.

 

in away we go sieht man ein junges paar, dass sich auf der suche nach heimat befindet. es ist unentschlossen und unsicher, was es heißt erwachsen und Eltern zu sein. ihre frage ist gestellt: wie soll unser leben sein?

viele studenten sehen sich tagtäglich mit dieser existenziellen last versehen. es äußert sich an der kleidungsstilfrage jedes morgens, an der zeit im badezimmer, am fortbewegungsmittel fahrrad, bus oder auto, mensa oder burse (mensa+), theater oder kino, fernsehen oder buch, ... wir sind in einer selbstdefinitionsphase. an oberflächlichkeiten machen wir fest, was wir sind, und überlegen neuerungen, um das zu verändern, was wir waren.

auch burt und verona sehen sich mit unterschiedlichen "fertigen" lebensentwürfen konfrontiert. woodoo-zauber in dem einen haus, multi-kulti-familie im anderen, zweisamkeitglück im nächsten. sie beobachten und sprechen, erkennen gemeinsame abneigungen und abgründe eines jeden perfekt nach außen erscheinenden daseins. erst am schluss des films bemerken sie, dass sie gerade in diesen gesprächen schon längst das leben begonnen haben, auf dessen suche sie sind.

ergriffen kann man es nennen,meinen zustand während des films. ergriffen von der vertrauten zweisamkeit der personen, die sich ganz ihrer selbst annehmen und nur für sich sind - "ipsum esse subsistens" - Und auch wenn es im kino nicht echt ist, trägt es dennoch Wahrheit in sich. es macht hoffnung auf erfahrungen derselben art, auf erfahrung des Guten, Wahren, Puren in der Welt. dieses zu bemerken, einzufangen und sich daran zu erinnern ist es, was man leben nennt.

7.10.09 10:08

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